Zum Start gleich eine harte Nuss

Auftakt der Gimbsheimer Restrunde gegen Bretzenheim 

Gimbsheim. „Da sehen wir gleich, wo wir stehen.“ Beim SV Gimbsheim blickt Trainer Marc Franken gespannt auf den Start in den zweiten Teil der Saison. Mit der TSG Bretzenheim erwarten die Altrheiner am Sonntag gleich ein Topteam der Fußball-Landesliga. Zwar haben sich die Gimbsheimer gerade gegen solche bisher meist gut verkauft. Eine Garantie, dass sich dies fortsetzt, gibt es aber nicht.


Und weil der Trend vor der Winterpause nach unten zeigte, nahm Franken zuletzt speziell seine erfahrenen Spieler in die Pflicht: „Sie haben sich eher unserem Niveau angepasst, als uns voranzubringen“, urteilte Franken mit Blick auf Sebastian Schulz und Enis Aztekin. Dies soll jetzt wieder besser werden.

 

Quelle: https://www.fupa.net/berichte/sv-1950-buechelberg-zum-start-gleich-eine-harte-nuss-2304703.html


PHIL WESNER WILL MEHR!

 

Philip Wesner trägt seit einem halben Jahr den Dress des SV Gimbsheim. Nach den 16 Pflichtspielen in der Landesliga und der Vorbereitung auf die Fortsetzung der Rückrunde zieht der Defensivspieler eine positive Zwischenbilanz. „Ich habe hier nicht lange gebraucht um mich zu integrieren und habe mich von Beginn an sehr wohl in der Mannschaft gefühlt. Ich bereue meine Entscheidung hierher zu wechseln in keinster Weise“, so Phil, wie er in der Regeln genannt wird. Dabei spielen Mannschaft und Trainerteam eine große Rolle, ebenso aber die äußeren Bedingungen. „Das Gesamtpaket hat mich bewogen nach meiner Zeit bei RWO Alzey einen neuen Schritt zu wagen. Und zu diesem Gesamtpaket gehören natürlich auch die Trainingsbedingungen, die auf dieser Anlage einfach toll sind.“ Die 20minütige Anreise zu Training und den Heimspielen nimmt Phil dafür gerne in Kauf. Der 24jährige Alzeyer hatte sich für die erste Zeit vorgenommen beim SV in der Stammelf „gesetzt“ zu sein – vorausgesetzt die Leistung stimmt. 15 Einsätze in 16 Spielen sprechen dabei eine klare Sprache: Ziel erreicht. Eine Rotsperre verhinderte, dass Phil wirklich alle Partien bestreiten konnte. Mit der Punktausbeute seiner Mannschaft und der Platzierung im Tabellenmittelfeld ist Phil aber so gar nicht einverstanden, auch wenn eventuelle Siege in zwei ausstehenden Vorrundenspielen die Tabellensituation noch verbessern könnten. „Gegen die Top-Teams der Liga haben wir meistens überzeugt. Es ist aber sehr ärgerlich, dass wir oft gegen die Teams, die hinter uns stehen, Punkte gelassen haben. Sieht man die Qualität unseres Kaders, gehören wir unter die Top Drei. Und da will ich uns am Ende der Runde auch sehen“, gibt sich Phil kämpferisch. Manche Ergebnisse aus der Vorbereitung stimmen ihn bei diesem ehrgeizigen Unterfangen zuversichtlich. Andere Resultate, wie das 1:1 gegen den FSV Oppenheim, offenbaren dagegen, dass noch viel Arbeit auf die Truppe von Marc Franken wartet. Phil: „Auch gegen Oppenheim erwartet doch jeder einen Sieg von uns. Und tatsächlich hatten wir auch Chancen um fünf oder sechs Tore zu machen. Diese Ergebnisse müssen wir schnell aufarbeiten und es dann besser machen, wenn es drauf ankommt.“ Gemeint ist der 10. März, an dem es im Heimspiel gegen die TSG Bretzenheim wieder auf Punktejagd geht.

"DER NEUE"

Das Gesicht der Mannschaft hat sich in der Winterpause dabei nur unwesentlich verändert. Mit Luke Vollrath hat sich der SV einen blutjungen Stürmer geangelt, der zuletzt als A-Jugendlicher beim SV Gonsenheim aktiv war. Für den Guntersblumer war der SV Gimbsheim die erste Adresse, nachdem er sich gegen eine Fortführung seines Engagements in Mainz entschieden hatte. Die Fahrerei hatte letztlich zu viel Zeit und Nerven gekostet – diese Sorgen sind passé. Der Sohn von Mischa Vollrath, der selbst mal kurzzeitig bei den Schwarz-Weißen aktiv war, freut sich auf den Konkurrenzkampf in der Gimbsheimer Offensivabteilung. Dabei ist Schnelligkeit nicht seine herausragende Qualität. „Ich bin eher der Typ Stürmer, der sich auch mal ins Mittelfeld fallen lässt, anspielbar ist, Bälle prallen lässt oder sie hält“, sagt Luke, der sich trotz Fragomeli, Marquardt, Schwarz und Co. gute Chancen auf Einsatzzeiten erhofft. „Wenn ich das abrufen kann, was ich drauf habe, rechne ich mir gute Chancen aus zu spielen. Wenn ich aber nicht spiele, weil andere noch besser sind, ist das auch okay. Ich weiß, dass ich womöglich etwas Geduld brauche.“

 

Den SVG verlassen hat dagegen Hidayet Yildiz, und das schon im Verlauf der Hinrunde. Der quirlige Mittelfeldspieler ist ein Gimbsheimer Urgestein, gehörte schon in der C-Klasse zum Stammpersonal und strebt nun bei Liga-Rivale VfR Grünstadt einen sportlichen Neustart an.                                                                                                                                    

 

Autor: michmayer 28.02.19


Grund zum Jubeln: Nach dem gelungenen Aufstieg in die Landesliga läuft es bei der Mannschaft von Trainer Marc Franken auch in der neuen Spielklasse sehr gut. Foto: Michael Wolff
Grund zum Jubeln: Nach dem gelungenen Aufstieg in die Landesliga läuft es bei der Mannschaft von Trainer Marc Franken auch in der neuen Spielklasse sehr gut. Foto: Michael Wolff

Auf das Kennenlernen folgt die Kür

Gimbsheims Trainer Marc Franken ist mit der Landesliga-Hinserie des Aufsteigers zufrieden +++ „Habe das Gefühl, dass sich alle wohlfühlen.“

Wenn man bei der spielfreien Zeit von einer wohlverdienten Pause sprechen kann, dann doch sicherlich bei den Fußballern des SV Gimbsheim. Denn der Landesliga-Aufsteiger hatte wegen der Relegationsspiele im Sommer lediglich zwei Wochen, bevor die Vorbereitung auf die Premierensaison startete. „Daher machen wir jetzt erst mal ausreichend Pause“, bestätigt SVG-Trainer Marc Franken. Erst am 22. Januar bittet er seine Spieler wieder auf den Platz und will über sechs Vorbereitungsspiele wieder in den Wettkampfmodus finden. Unter anderem geht es gegen die Bezirksligisten: TSG Pfeddersheim II, FSV Oppenheim, VfR Nierstein und den BSC Oppau, bevor mit Verbandsligist Gau-Odernheim ein echter Prüfstein wartet. „Eine Mischung aus selbst das Spiel machen, aber auch mal verteidigen müssen. Das soll dann aber auch reichen“, meint Franken, der bei den Tests mehr auf die Fortschritte und Leistung, als auf das Ergebnis schauen wird. „Solche Spiele sind da, um zu testen und zu lernen. Da wird auch die ein oder andere Niederlage nicht ausbleiben“, macht der Gimbsheimer klar. Denn schließlich sei wichtig, dass sein Team wieder in den Rhythmus komme.

 

Gimbsheimer haben sich Respekt erarbeitet

Doch bis zum Jahreswechsel könne man sich dann auch mal mit dem Geleisteten zufriedengeben. „Die Stimmung ist gut, weil wir mit 25 Punkten schon recht gut dastehen“, lobt Franken. Zwar habe man gegen einige Gegner, die in der Tabelle hinter den Gimbsheimern stehen, Punkte liegen lassen, dafür aber eine Menge Punkte gegen die Topteams der Liga gemacht. „Das gibt dann natürlich auch wieder Mut für den Rückrundenstart“, schaut Franken auf das zum Auftakt volle Programm. Offen sind nämlich noch die Spiele bei DJK Schifferstadt (24. Februar) und beim Schlusslicht Ludwigshafener SC (2. März). Beides machbare Aufgaben und mit zwei Siegen könnten die Gimbsheimer vor dem offiziellen Restrückrundenstart gegen die TSG Bretzenheim sogar mit dem Tabellenvierten gleichziehen. „Wir haben keine Zeit, uns auf dem auszuruhen, was wir bisher erreicht haben. Vielmehr müssen wir uns auf jedes Spiel wieder neu einstellen und fokussieren.“ Nach dem „Kennenlernen“ in der Hinrunde und einem starken neunten Platz, wolle man die Leistungen nun bestätigen. „Wir wissen, dass wir diese Liga spielen können“, macht der Gimbsheimer Trainer klar. Dennoch sei in der Landesliga alles möglich und nicht selten von der Tagesform abhängig. „Bestes Beispiel ist für mich Offenbach“, erklärt Marc Franken. Die FSVler standen am zehnten Spieltag noch in der Abstiegszone, überwintern nun aber als Fünfter. „Da sieht man, wie schnell sich das Blatt wenden kann.“ Obwohl man sich mit 25 Punkten selbst in eine gute Ausgangslage gebracht habe, gibt es auch für die Rheinhessen noch viel zu lernen. Vor allem gegen kämpferisch und läuferisch starke sowie tief stehende Mannschaften haben die Gimbsheimer oft noch schwergetan. „Man läuft natürlich viel lieber, wenn man die Chance auf ein Tor hat, als auf ein Bollwerk mit acht Defensivspielern“, erklärt Gimbsheims Coach. Das habe aus der Dynamik heraus gegen „mitspielende Gegner“ deutlich besser ausgesehen. Dabei ist diese abwartende Taktik den SVGlern gar nicht fremd. „Das haben wir letzte Saison ähnlich gespielt und wissen daher auch, wie schwer es sein kann, da durchzukommen.“ Gegen diese Art von Gegner immer ein entsprechendes Rezept parat zu haben, das ist eine der Hauptaufgaben der Vorbereitung. „Vielleicht braucht es für diesen Lerneffekt auch noch die Rückrunde, aber das ist auch gar kein Problem“, meint Franken. „Wichtig ist, dass wir am Schluss über dem Strich stehen und dafür haben wir uns bislang ein gutes Polster verschafft.“ Viel richtig gemacht haben auch die beiden Mainzer Vereine TSG Bretzenheim und Liganeuling und zugleich auch Herbstmeister Basara Mainz. „Die habe ich beide nicht auf meinem Zettel gehabt“, gibt Franken zu. Was Mitaufsteiger Basara angeht, habe sich auch einiges verändert: „Sie spielen einen ganz anderen Stil. Mit Fünferkette und defensiver.“ Da die Japaner sowieso immer extrem viel laufen und knallhart in die Zweikämpfe gehen, passe dieses System besonders gut. „Vorne sind sie immer für ein, zwei Tore gut. Was die spielerische Qualität angeht, sehe ich aber sogar bei anderen Vereinen etwas mehr. Aber Basara ist einfach super effektiv“, lobt Franken, der das Abschneiden der TSG Bretzenheim ebenso positiv bewertet. „Sie haben wirklich eine klasse Mannschaft, die jeden Gegner bespielen und ausspielen kann. Dazu mit Jonas Gangl einen echten Torjäger vorne drin. Sie spielen tollen Fußball und haben sich das alles hart erarbeitet“, heißt Gimbsheims Trainer die Arbeit seines Kollegen Timo Schmidt gut. So einer Mannschaft könne man gar nicht neidisch sein. „Die Anerkennung für jeden Gegner in der Liga ist bei uns absolut da“, erklärt Franken. Aber auch andersrum sei spürbar, dass sich der Aufsteiger mittlerweile den Respekt der Konkurrenz erarbeitet hat. „Wenn man sich gut präsentiert, dann bekommt man auch ehrliche und positive Rückmeldung. Im Hintergrund ist ja auch immer etwas Gemauschel. Aber wenn man sieht, das von den 22 Spielern 17 in der Liga noch gar nicht oder nur vereinzelt waren, denke ich, dass wir uns den Respekt auch verdient haben“, ist Gimbsheims Trainer von der Attraktivität der Landesliga überzeugt. Obgleich „die weiten Wege und der deutlich körperbetontere Fußball in der Pfalz“ schon gewöhnungsbedürftig gewesen seien.

 

Und dennoch sei diese Spielklasse für seine Mannschaft aktuell genau die richtige Liga. Mit der aktuellen Punktausbeute habe man im Winter auch keinen Grund, große Änderungen anzustoßen. „Alles bleibt so, wie es ist“, macht Franken klar. Zudem sei man derzeit nicht in der Situation, potenziellen Neuverpflichtungen hinterherzurennen. „Aktuell haben wir den Stand, dass die Spieler sich an uns wenden. Sollte ja jemand kommen, hören wir uns das natürlich an. Aber auf Teufel komm raus irgendwelche Verpflichtungen machen wollen wir nicht“, sagt der Coach.

 

Stattdessen beginnen im neuen Jahr auch die Planungen für die Saison 2019/20. „Da werden wir uns intensiv drum kümmern, aber wir sind aktuell auch überhaupt nicht unter Zugzwang“, betont Franken, dass er auch im Winter gezielt keine Spielergespräche gesucht habe. „Ich sehe und spüre einfach, wie die Jungs das als Mannschaft zusammen durchziehen wollen. Ich habe einfach das Gefühl, dass alle zufrieden sind und sich wohlfühlen.“

 

Doch nun ist erstmal Zeit für eine Pause, in der Marc Franken auch völlig den Abstand zum Fußball sucht. „Aktuell schaue ich nicht mal die Bundesliga. Die Pause brauche ich auch, weil wir als Trainerteam im Sommer gar keine Pause hatten“, spricht der SVG-Trainer von zwölf Monaten Vollgas. „Da will ich vom Fußball jetzt auch wirklich nichts mehr sehen“, schaltet Franken über die Feiertage mal so richtig ab. Nach einem so ereignisreichen und erfolgreichen Jahr sei es ihm gegönnt, Marc Franken und allen Amateurfußballern im Fußballkreis Alzey-Worms.

 

Auch bei der Teilnahme an Hallenturnieren hält sich der Landesligist bewusst zurück- „Das hat ganz klar Spaß Charakter, ist freiwillig und absolut ohne Ambitionen“, erklärt Trainer Marc Franken. In Gau-Odernheim (6. Januar) und in Eich (12. Januar, mit einer Mischung aus erster und zweiter Mannschaft) sind die SVG-Kicker dabei. „Terminlich ist das immer ein großes Problem, weil es mitten in der Pause liegt“, meint Franken. Die Mannschaft bestehe daher aus Spielern, die sich treffen, um ein bisschen zu kicken, was in der Vergangenheit oftmals gar keine schlechte Kombination gewesen sei. „Ich fahre höchstens als Zuschauer hin“, hält Gimbsheims Trainer sich auch beim Turnierverlauf raus.

 

Quelle: https://www.fupa.net/berichte/sv-gimbsheim-auf-das-kennenlernen-folgt-die-kuer-2277289.html


Der SV Gimbsheim ist am morgigen Mittwoch wieder in der Landesliga Ost gefragt. F: Wolff
Der SV Gimbsheim ist am morgigen Mittwoch wieder in der Landesliga Ost gefragt. F: Wolff

Ein Charaktertest

Landesliga Ost +++ Zuletzt enttäuschende Gimbsheimer müssen bei Phönix Schifferstadt ran

 

Gimbsheim . Bei Abpfiff hatte Marc Franken als Trainer des SV Gimbsheim einen richtig dicken Hals. Nach gutem Start und einer 2:0-Führung hatte sich seine Elf am Sonntag beim SV Geinsheim in eine 2:4-Niederlage ergeben. Den Auftritt bei Phönix Schifferstadt am Mittwoch (19.30 Uhr) betrachtet Franken deshalb jetzt auch als einen Charaktertest. Die klare Ansage: „Jeder auf dem Platz muss seine Pflicht erfüllen.“


Genau da klemmte es in den Augen des Gimbsheimer Trainers zuletzt immer wieder. Schon beim 1:1 im Heimspiel gegen den TuS Altleiningen wurde phasenweise mehr gemosert, als die eigenen Qualitäten eingebracht. Und in Geinsheim? „Wir hatten am Ende elf Mann auf dem Platz, die mit sich, mit dem Gegner, mit allem unzufrieden waren.“ Dabei, Marc Franken zuckt ernüchtert mit den Schultern, „haben wir doch auch viele erfahrene Spieler“.

 

Ein Problem ist freilich weiter die personelle Situation. Nach ihren Roten Karten gegen Altleiningen sind Phil Wesner und Oliver Spies noch mal gesperrt. Weitere verletzungsbedingte Ausfälle sorgen dafür, dass es Franken an Alternativen fehlt. „Wir werden jeden Spieler noch mal abfragen“, kündigt er zwar an und hofft, mehr als nur Nico Marquardt auf die Bank setzen zu können. Andererseits möchte er die Situation auch als Chance für die elf Akteure vom Sonntag verstehen, die zeigen sollen, dass sie es besser können. Sollte dies nicht gelingen, davon ist Franken („ich habe Schifferstadt beim 4:4 in Worms gesehen“) überzeugt, wird auch das Spiel am Mittwoch in die Hose gehen.

 

Quelle: https://www.fupa.net/berichte/sv-gimbsheim-ein-charaktertest-2250544.html


SV Gimbsheim sucht Nachwuchsfussballer

Der SV Gimbsheim sucht nach jungen Fußballern, die Spaß am Fußball haben und denen die Verantwortlichen im Verein ein mögliches neues Umfeld zeigen möchten, indem sie sich fußballerisch aber auch persönlich und schulisch optimal weiterentwickeln und verbessern können. „Zu bieten haben wir eine top Sportanlage mit einem Kunstrasen- und Rasenplatz, lizensierte Trainer von den Bambinis bis hoch zur A-Jugend und natürlich unser ganzheitliches Jugendförderkonzept Anpfiff-ins-Leben, wobei Fußball, Schule, Beruf und Soziales miteinander verknüpft werden. Also kommt vorbei und zeigt euer Können“, schickt SV-Spieler Nico Marquardt einen Appell an alle  Interessierten. 


Enis Aztekin zurück auf der Fußball-Bühne

GIMBSHEIM - Dieser Transfer hat überrascht. Dass Enis Aztekin nach einem halben Jahr Auszeit noch einmal auf die Fußball-Bühne zurückkehren würde, das erschien wahrscheinlich. Dass er das allerdings in Gimbsheim tut, damit hatte wohl keiner gerechnet. Der Außenstürmer mit ordentlich Oberliga- und vereinzelt Regionalliga-Erfahrung wertet die ohnehin schon schlagkräftige Offensive des Landesliga-Aufsteigers ein gutes Stück auf.

 

Im Winter hatte sich der damalige Leistungsträger bei Oberligist TSG Pfeddersheim entschieden, eine Fußball-Pause einzulegen. Gimbsheims Trainer Marc Franken bekam dies mit. Und bot Aztekin – dessen Vater er kennt – an, sich im Training am Altrhein fit zu halten. Zwar nicht allzu oft – drei, vier Male, sagt Franken – nahm der Flügelflitzer das Angebot auch an. Genau jene wenigen Male aber schienen bei ihm bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben. Denn kurz vor Saisonende fragte der 22-Jährige bei den Gimbsheimern an, mochte künftig für sie auflaufen.

Diese reagierten zunächst besonnen, gaben dem 22-Jährigen Bedenkzeit, rechneten erst einmal nicht mit ihm und hatten immer im Hinterkopf: „Wenn jetzt ein höherklassiger Verein anfragt und er zusagt, haben wir eine Lücke im Kader“, berichtet Franken. Der Coach plante also unabhängig von Aztekins Entscheidung. Dass die letztlich positiv für den SVG ausfiel: für Franken ein Bonus.

„Ein Spieler mit solcher Qualität ist in Gimbsheim außergewöhnlich“, freut sich der Coach über den Coup. Trotz der unbestritten vorhandenen Veranlagung beim 22-Jährigen sieht Franken bei ihm „keinerlei Starallüren“. Der Trainer betont: „Er wird ganz normaler Teil der Mannschaft sein.“ Und zwar bis Saisonende, darauf vertraut Franken.

Mit Aztekin, den weiteren namhaften Zugängen Sebastian Schulz (TSG Pfeddersheim) und Philip Wesner (RWO Alzey), dazu Bezirksliga-Torschützenkönig Dominick Schwarz, Topscorer Adriano Fragomeli und Spielmacher Dennis Seyfert hat Gimbsheim vor allem offensiv gehörige Qualität im Kader. Ein Grund, die Altrheiner als Geheimtipp für die kommende Landesligasaison zu handeln. Warum auch nicht? Erst jüngst schafften mit dem TuS Marienborn und und dem TSV Gau-Odernheim zwei Teams den Durchmarsch. Große Ambitionen zu hegen, das allerdings ist überhaupt nicht die Art von Coach Franken. „Wenn andere sagen: Mit dem Spielermaterial müssen die was reißen, dann ist mir das wurscht.“ Franken bleibt auf dem Boden: Ja, fünf seiner Spieler haben schon in höheren Ligen gespielt, rechnet er vor. „17 aber eben noch nicht.“                Autor: Nils Salecker

 

Quelle:  http://www.allgemeine-zeitung.de/sport/lokalsport/fussball/worms/sv-gimbsheim-ambitionen-mit-neuzugang-aztekin_18916644.htm


Fahnen sollen höher wehen

Jugendförderzentrum von „Anpfiff ins Leben“ will schulisches und fußballerisches Niveau steigern

 

Drei Fahnen wehen an der Eingangspforte des Gimbsheimer Vereinsgeländes: die SV-Flagge, die des Südwestdeutschen Fußballverbands (SWFV) und die von „Anpfiff ins Leben“. Letzterer ist Name des Vereins, der sich der Jugend des SV Gimbsheim angenommen hat. „Anpfiff ins Leben“ ist Pate des Jugendförderzentrums auf dem Sportgelände des SV.

Dass sich ein Leben nicht nur um Fußball dreht, ist Kern der Philosophie der Vereinigung, die von Dietmar Hopp, SAP-Mitbegründer und unter anderem Mäzen der TSG Hoffenheim, gefördert wird. Schule, Beruf und Soziales sind die Bereiche, in denen die Kids neben dem Fußball weitergebracht werden sollen. Dementsprechend gibt es für die unterschiedlichen Jahrgänge verschiedene Angebote: beispielsweise Hausaufgabenbetreuung, Nachhilfe, Selbstverteidigungs- und Kochkurse oder Bewerbertraining. Viele davon sind verpflichtend, erzählt der Leiter des Jugendförderzentrums Nico Marquardt: „Wer nicht da ist, spielt am Wochenende eventuell nicht.“

Aber auch für den Fußball selbst nahm „Anpfiff ins Leben“ bereits ordentlich Geld in die Hand. 2013 finanzierte der Verein den neuen Kunstrasen, 2014 die Klubgaststätte. 2016 wurde ein nagelneuer Kabinentrakt mit Duschen und Fitnessraum eingeweiht. Im März dieses Jahres sollen Flutlicht- und Beregnungsanlage für den Rasen folgen. Und: Bereits 2015 war das Gebäude des Jugendförderzentrums eröffnet worden – Schalt- und Waltzentrale des Nachwuchsprojektes. Marquardt hat hier als Jugendkoordinator das Sagen. Der 26-Jährige ist selbst Gimbsheimer und Kapitän der Bezirksliga-Mannschaft. Bei „Anpfiff ins Leben“ ist er hauptamtlich angestellt und beim SV als Geschäftsführer eingesetzt. „Bei der Jugend entscheide alles ich“, sagt Marquardt. Bei Trainerentscheidungen hat er das Wort. „Ich achte schon darauf, dass die vereinsnah sind“, offenbart er.

„Die Jugendarbeit ist professioneller geworden“, schildert Bambini- und F-Jugendtrainerin Dr. Anja Backhaus-Elat. Die Trainer haben über „Anpfiff ins Leben“ zusätzliche Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten zu den Angeboten vom Verband. Zum Beispiel arbeitet das Jugendförderzentrum mit Sportpsychologen zusammen. Nicht nur neben, sondern auch auf dem Platz sollen die Fußballer „bestmöglich ausgebildet werden“, nennt Marquardt die Intention des Zentrums. Ein Großteil der Übungsleiter im Jugendbereich sind dementsprechend mittlerweile Lizenztrainer.

 

Bei aller Professionalisierung – der Zweck des Jugendförderzentrums sei nicht, Messis oder Ronaldos zu kreieren, betont der Jugendkoordinator. Entgegen einer Bild-Schlagzeile gehe es auch nicht darum, ein „Hopp-Imperium“ mitaufzubauen: „Wir haben hier Breitensport, keinen Leistungssport“, sagt Marquardt. Sichtungen, Scouting, Aufnahmeprüfungen – bis dato Fehlanzeige. Für die Betreuung durch das Jugendförderzentrum existiert nur eine Bedingung: die Vereinsmitgliedschaft. Für die wiederum ist ein Wohnort, der höchstens 15 Kilometer entfernt liegt, Voraussetzung. „Ausschlusskriterium“, verdeutlicht Marquardt. Von weiter weg wird niemand aufgenommen.

140 Fußballer zählt der Verein mittlerweile im Jugendbereich, 2013 waren es noch 60. „Noch mussten wir zum Glück niemanden abweisen“, berichtet der 26-Jährige. Auch künftig hofft er, nicht selektieren zu müssen. Die Infrastruktur und das Angebot haben Strahlkraft. Ein klarer Wettbewerbsvorteil zu den umliegenden Vereinen. „Klar gibt es da Neid“, offenbart der Jugendkoordinator. Bislang spielen alle Jugendmannschaften des SV in unteren Klassen. Mit dem Zulauf ist es allerdings nur eine Frage der Zeit, bis auch hier die SV-Fahne höher weht. „Wenn die Nachfrage größer ist, kann man zukünftig dann auch eine E1 und E2 stellen“, führt Marquardt aus. Und falls bei all den Maßnahmen dann doch ein kleiner Messi oder Ronaldo herausspringen sollte? „Talente werden automatisch abgegriffen“, schildert der Gimbsheimer. „Ich bin der Letzte, der sagt, du musst hierbleiben.“ Über den kurzen Dienstweg würde der Kicker dann aber natürlich eher nach Hoffenheim vermittelt als nach Mainz oder Kaiserslautern, verrät Marquardt.

Quelle: Wormser Zeitung 01.03.2017 Autor: Nils Salecker