Was wurde eigentlich aus....Heinz Kölsch?

Spielertrainer Kurt Köhle, Heinz Kölsch und Rudi Beyer (von links) gehörten in den 80er-Jahren zum Stammpersonal des SVG.
Spielertrainer Kurt Köhle, Heinz Kölsch und Rudi Beyer (von links) gehörten in den 80er-Jahren zum Stammpersonal des SVG.

 

Beim SV Gimbsheim kommt an Heinz Kölsch niemand so einfach vorbei – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn der 58jährige hat schon seit Jahren das Ehrenamt des Kassierers inne und begrüßt Anhänger der Heim- und der Gastmannschaften gleichermaßen freundlich auf dem Vereinsgelände. In den späten 70er- und den 80er-Jahren war der Stammplatz von Heinz Kölsch aber nicht im Eingangsbereich des Vereinsgeländes, sondern auf dem Platz. Als rechter Verteidiger war Kölsch defensiv eine Bank und offensiv ein zuverlässiger Flankengeber. „Er war außerdem überaus schnell und ein guter Elfmeterschütze“, erinnert sich sein einstiger Mannschaftskollege Horst Heller. Eine glatte Untertreibung, konnte Heinz Kölsch doch in einer Runde mal elf Strafstöße in Serie souverän verwandeln. Ein vereinsinterner Rekord, der wohl noch eine Weile Bestand haben dürfte.

Bei den Aktiven angefangen hatte Heinz im Jahr 1976, zunächst noch unter Trainer Otto Schuch. Mit Spielertrainer Kurt Köhle und an der Seite von Recken wie Horst Heller, Rudi Beyer und seinem viel zu früh verstorbenen Bruder Horst Kölsch, der sich auf der Sechser-Position den Spitznamen „Die Lunge“ verdiente, erlebte Heinz in den 80er-Jahren seine erfolgreichste Zeit: Die goldene Generation stieg von der B-Klasse bis in die Bezirksliga auf und feierte drei Kreispokalsiege. Und Heinz Kölsch war immer mit dabei. Ein Vereinswechsel kam für ihn nie in Frage. „Ich bin halt kein Jackewechsler. Für mich gab's immer nur den SV“, erklärt Heinz, der auch beruflich eine treue Seele ist: „Wilfried Lang war Betriebsrat bei Opel und hat mich einst dorthin mitgeschleift. Seitdem arbeite ich in Rüsselsheim.“ Und das nun auch schon über vier Jahrzehnte lang. Und ein paar weitere Jahre sollen noch folgen - beim Autobauer und natürlich im Ehrenamt am Kassenhäuschen. Horst Heller erinnert sich indes nicht nur an den Verteidiger Heinz Kölsch, sondern vor allem auch den lustigen und geselligen Kameraden. „Ein Kölsch eben“, schmunzelt Heller, der viele Geschichten von damals erzählen könnte...

 

Meine Lieblinksanekdote: 

Heinz Kölsch hat viel im Fußball erlebt und doch ist ihm ein Kerbespiel gegen „irgendeinen Wormser Verein“, so Heinz, noch in besonders guter Erinnerung geblieben. Damals gewann der SV ein packendes und enges Spiel durch einen Kopfballtreffer von Bernd Früauff mit 1:0. Den vorausgegangenen Eckball hatte Kölsch getreten - neben des Elfmeterschießens eine weitere Spezialität des rechten Verteidigers. „Daran erinnere ich mich noch so, als wäre es gestern gewesen.“ 

 


Andreas Bihn (Mitte) neben Kai Rohrscheidt und Thorsten Knierim
Andreas Bihn (Mitte) neben Kai Rohrscheidt und Thorsten Knierim

In der Serie „Was wurde eigentlich aus...?“ kommen ehemalige Spieler und/oder Trainer des SV Gimbsheim zu Wort. Wir blicken gemeinsam mit ihnen auf ihre Zeit im Schwarz-Weißen Dress zurück und sind gespannt, was die SV-Akteure von einst heute so treiben. Zum Start:

 

„Was wurde eigentlich aus Andreas Bihn?“

 

Von 1988 bis im Jahr 2004 spielte Andreas Bihn fast durchgehend in der ersten Mannschaft des SV Gimbsheim. Nur einmal, im Alter von 29 Jahren, versuchte sich der Stürmer in der Bezirksligamannschaft des SV Guntersblum, die damals noch von Hans Scheffel trainiert wurde.

1976 war der kleine Andy in den SV Gimbsheim eingetreten und hatte bis zum Jahr 1987 alle Jugendmannschaften durchlaufen. Aus dieser Zeit ist ihm ein A-Jugendspiel in besonders guter Erinnerung geblieben, waren ihm doch bei einem 11:0-Sieg gegen den BC Osthofen ganze neun Treffer gelungen. Es folgte der Wechsel in den Aktivenbereich, wo Andy unter anderem unter Kurt Wachtendorf, Dietmar Köbler, Peter Eicke und Daniel Heinen trainierte und spielte. Seine herausragende Fähigkeit blieb weiterhin das Toreschießen. „Über die Anzahl meiner Tore kann ich nicht viel sagen. Aber um die 20 Tore pro Saison habe ich im Schnitt immer geschafft“, erinnert sich der ehemalige SV-Torjäger. In der Saison 1996 wurde Bihn mit 26 Toren sogar Torschützenkönig der Liga, hatte er doch einen Treffer mehr erzielen können als Thorsten Reis von Rhenania Rheindürkheim.

 

Auch als Trainer war Andy beim SV aktiv und wurde dabei zunächst von Steffen Rudi, später von Peter Kölsch jr. unterstützt. Nach seiner Rückkehr aus Guntersblum galt es zum Ende der Saison 1999/2000 zunächst den drohenden Abstieg in die C-Klasse zu verhindern – ein Entscheidungsspiel um den Ligaverbleib gegen Türkgücü Worms musste gewonnen werden. Dank 1:0-Siegtorschütze Jochen Schilling gelang Andy der erhofft erfolgreiche Einstand auf neutralem Platz in Alsheim. In der folgenden Saison wurde der SV unter „Spielertrainer Bihn“ in der B-Klasse Vierzehnter mit 27 Punkten und gewann zum vierten Mal in Folge den Fair-Play-Wettbewerb der Sparkasse Worms. Zwar hatte sich Andy bis dahin mit dem anfangs ungewohnten Gefühl als Autoritätsperson vor seinen Freunden auftreten zu müssen angefreundet, trotzdem trat er nach nur einem Jahr vom Trainerposten zurück. Bihn: „Zu diesem Zeitpunkt hab ich schon in Mainz gewohnt und mich nach dieser Saison entschieden nur noch als Spieler tätig zu sein. Dreimal die Woche nach Gimbsheim zu kommen, was als Trainer nötig war, war auf Dauer einfach zu kräftezehrend.“ 2004 beendete Andy im Alter von 34 Jahren und als junger Vater einer zweijährigen Tochter seine aktive Karriere bei seinem Heimatverein. Und obwohl er nun schon lange ein Mainzer ist und auch seit 17 Jahren eine Dauerkarte beim FSV Mainz 05 besitzt, ist der heute 46jährige dem SV treu geblieben. „Ich besuche gerne meine alte Heimat. Und immer wenn der SV ein Auswärtsspiel im Raum Mainz hat, komme ich voller Stolz mit meinem SV-Schal zum Anfeuern!“

Meine Lieblinksanekdote:

 

Als ich Spielertrainer beim SV war, haben wir ein Auswärtsspiel bei Wormatia II bestritten. Da der dortige Hartplatz gesperrt war, fand die Partie im altehrwürdigen Wormatiastadion statt. In diesem tollen Rund gelangen mir drei Traumtore. Obwohl wir am Ende trotz Halbzeitführung noch mit 4:7 verloren, ist mir dieses Spiel wegen der drei tollen Tore in besonders guter Erinnerung geblieben.“